Das Wort "Trainingsphilosophie" ist tatsächlich zu groß und etwas aufgeblasen. Ich habe das schonmal hier auf der Plattform geschrieben, dass der DFB wirklich an seiner Kommunikation arbeiten könnte, weil so niemand zuhört. Das ist auch ganz verständlich, weil man sich bei solchen Schlagworten sofort geframed fühlen kann. Der DFB sollte vielleicht, das Ziel des ganzen klar definieren. Freude, Intensität und Wiederholung sind keine Ziele, sondern Methoden. "Aber warum soll ich das machen? Weil ihr es sagt?", fragt man sich an der Basis. Was ist das Ziel davon? Ich finde das sagen sie nicht konkret, deuten es hier und da nur immer mal an.
Ich finde ja die Formen, die sie zeigen, gerade das 3 gegen 3 mit dem wechselndem Angriffsrecht wirklich gut. Aber das ist eine gute Form und definiert deswegen nicht eine Philosophie. Euren Dezentralsierungsgedanke find ich gut. Ich würde sofort bei euch die C-Lizenz machen 🙂 Ich bin gespannt, was ihr zu den Inhalten sagt.
Kommentiert am Teil 2_trainingsphilosophie Deutschland
04. Juli, 10:22 Uhr
Ich bin euch sehr dankbar dafür, dass ihr das so aufgedröselt habt. Ich dachte mir bereits, dass ihr das im Ergebnis ablehnen werdet. Wenn man wirklich genau hinschaut, hat man eigentlich nicht wirklich was neues erfunden oder revolutioniert. Das mit U21 Spielzeit ist absolut daneben gegriffen, weil sich ein Trainer vom SC Blau Weiß Gersdorf keine Gedanken darüber macht. Dem Verein an der Basis geht es nicht darum, die absoluten Profis hervorzubringen. Dem Verein geht es darum, eine Gemeinschaft zu bilden und am Wochenende genug Kids für den Spielbetrieb zu haben und gut in seiner Kreisklasse abzuschließen.
Das Drop Out Thema geht ja weit über Training hinaus. Dass Training Spaß machen muss, ist ja absolut nichts neues und das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Da geht es mehr um die Fähigkeit eines Trainers eine Gemeinschaft zu bilden und diese zu erhalten, meiner Meinung nach. Aber na klar, muss ein Training soviele Reize setzen, dass es cooler ist, als eine Switch, Youtube oder Basketball.
Aber dass man wirklich wieder die isolierten Technikformen macht und sagt, das ist die beste Trainingseinheit ist schon sehr enttäuschend. Ich kann es mir auch nur so erklären, dass das Kompromisse sind, damit wirklich jeder sagen kann "hier ist was für mich dabei". Auch diese fehlenden Referenzen ist eher eine Bankrotterklärung. Man sieht freilich den Grundgedanken von Horst Wein in den Spielformen und allgemein "spanische" Fußballschule. Man kann es aber einfach nach wie vor nicht zugeben, dass man es nun so machen will, was bei anderen Standard ist seit Jahren und man hinterherhängt seit 20 Jahren.
Ich finde, dass hier bei euch die beste Trainingseinheit abgebildet wird. Und das liegt schon allein daran, weil man (wenn man etwas Zeit im Lernbereich verbracht hat) weiß, was eure Grundgedanken und Zielsetzungen sind beim Fußballtraining. Wenn der DFB zu Beginn klar gesagt hätte. Ein Spieler muss Wahrnehmen - Entscheiden - Ausführen im Wettkampf und das muss Training abbilden jedes Mal, wäre das glaubwürdig. Aber dann hätten sie wieder das Problem, dass ihr das schon lang und breit erläutert und es würde wie eine billige Kopie wirken. Es ist halt wie überall eine dummes Egodrama unter Trainern, leider.
Ein letzter Gedanke. Allein die erforderlichen Umbauten in der besten Trainingseinheit sind utopisch allein oder sogar zu zweit. Das ist nicht durchdacht und auf keinen Fall mal durchgespielt worden.
Aber: "Joshua, dir hätte das bestimmt Spaß gemacht so zu trainieren als Kind, stimmts? Und dir doch auch Jonah?"