Es geht, wenn man plant und wirklich will
In letzter Zeit bekomme ich bei unserem Kunstrasenplatz immer wieder mit, dass viel ĂŒber Trainingszeiten und Platzbelegungen diskutiert wird. Jeder braucht den Platz. Am besten den ganzen, mindestens aber den halben. Und das teilweise mit zwölf bis 16 Kindern.
Heute hatten wir folgende Ausgangslage:
3 Trainer
31 Kinder aus D-Jugend und E1-Jugend
4 Jugendtore
4 Minitore
24 Leibchen in drei Farben
rund 50 HĂŒtchen
ein Halbfeld
Und ehrlich: Das waren Top-Voraussetzungen.
Geplant hatten wir eine Einheit mit
FIFA 11+
Kopfballrundlauf
Zack-Zack 1 gegen 1
Farbendribbling mit Torschuss
zum Abschluss ein Tschechenrollenturnier beziehungsweise 4 gegen 4 mit vier Anspielern.
31 Kinder auf einem Halbfeld klingt erstmal viel. War es aber nicht. Entscheidend war, dass die Einheit vorher sauber geplant war und jeder Trainer wusste, was zu tun ist.
Wir haben die Gruppe in 15 und 16 Kinder aufgeteilt und dabei das LeistungsgefĂ€lle bewusst ausgeglichen: stĂ€rkere E-Jugend-Spieler in die D-Gruppe, schwĂ€chere D-Jugend-Spieler in die E-Gruppe. Dadurch entstanden zwei passende Trainingsgruppen, in denen die Kinder weder unterfordert noch ĂŒberfordert waren.
Alle Formen wurden doppelt aufgebaut. ZusĂ€tzlich haben wir nach dem Prinzip âForm in Formâ geplant. Die nĂ€chste Ăbung steckte also im Aufbau der vorherigen schon mit drin. Dadurch mussten wir nur einzelne Elemente verĂ€ndern oder entfernen und hatten kaum Umbauzeiten.
Das Ergebnis: viele Aktionen, wenig Wartezeit, hohe AktivitĂ€t und richtig gute IntensitĂ€t. Es war keine Notlösung nach dem Motto: âWir teilen uns halt irgendwie den Platz.â Es war eine sehr gute, lebendige und intensive Trainingseinheit.
Was ich damit sagen will: Ein groĂer Trainingskader ist nicht automatisch ein Problem. Im Gegenteil. Wenn man ihn gut organisiert, bietet er sogar viele Chancen. Gerade beim Ausgleich von Leistungsunterschieden kann eine gröĂere Gruppe helfen, weil man Kinder sinnvoller einteilen und besser auf ihrem jeweiligen Niveau fordern kann.
Mit weiterem Material und zwei zusÀtzlichen Trainern hÀtte man auf dem ganzen Platz ohne Weiteres vier Gruppen gleichzeitig trainieren lassen können. Auch 60 Kinder wÀren dann nicht automatisch Chaos, wenn die Organisation stimmt.
NatĂŒrlich funktioniert das nicht, wenn man fĂŒnf Minuten vor Trainingsbeginn ĂŒberlegt, was man eigentlich machen will. Es braucht Planung, klare Aufgaben und Trainer, die vorher mitdenken.
FĂŒr mich war es das erste Mal, dass ich eine Trainingseinheit in dieser GröĂenordnung organisiert und geplant habe. Und es war einfach ein richtig gutes GefĂŒhl, am Ende auf den Platz zu schauen und zu sehen: Alle 31 Kinder waren aktiv, alle waren eingebunden, alle hatten viele Aktionen und alle sind mit einem LĂ€cheln vom Platz gegangen.
Genau darum geht es.
Nicht immer nur darĂŒber reden, warum etwas nicht geht. Sondern ĂŒberlegen, wie es gehen kann.
Denn wenn man plant und wirklich will, geht es. Und manchmal geht es nicht nur irgendwie. Manchmal geht es richtig gut.
Liebe GrĂŒĂe
Robin