Hallo zusammen,
ich trainiere seit 1,5 Jahren eine 2020er Mannschaft. Mein Training schließt immer mit Abschlussspielen ab. Wirklich alle Kids sind dann Feuer und Flamme. Natürlich gibt es teilweise große Unterschiede, was die Entwicklung und auch das fußballerische Können angeht bei der Truppe. Meine Lösungen: a) die einzelnen Teams werden ihres "Niveaus" entsprechend gebildet oder b) ich lasse die Kids selbst ihre Teams bilden. Das klappt wirklich gut. Kein Kind ist frustriert, alle spielen auf ihrem Niveau. So auch beim letzten Training. Die fußballerisch eher weiterentwickelten Kids haben im 3vs3 Funino gespielt. In einem Team war ein Junge (01.2020), der auch schon körperlich einigen anderen überlegen ist. Dieser Junge setzt seinen Vorteil auch gerne mal ein. D.h. Kinder fallen schon mal hin beim Kampf um den Ball. So auch beim letzten Training. Aber: kein Kind hat geweint, kein Kind hat sich beschwert, keine unser Regeln wurde gebrochen. Also habe ich bewusst nicht eingegriffen. Während des Spiels bin ich zufällig in die Nähe des Zuschauerzauns geraten. Sofort kam Bewegung in der Elternschaft auf und 3 Eltern kamen direkt auf mich zu. Ein Vater meinte, man müsse sofort eingreifen. Ohne Kommentar bin ich schnell wieder aus der " heißen Zone" raus.
Ich war sehr überrascht von diesem Seitenhieb des Vaters, denn erst kürzlich hatten wir einen Elternabend, der ohne Feedback der Eltern zum Training blieb. Auch spricht mich niemand nach den Trainings an und ich bekomme auch keine Nachrichten danach.
Leider habe ich mich nach dem nächsten "robusteren" Zweikampf dazu hinreißen lassen, den Jungen an die Seite zu nehmen, um mit ihm zu sprechen. Abseits der Eltern und abseits der Teams. Die Folge: der Junge hat sich ab da an sehr zurückgezogen. Die Intensität war bei ihm komplett raus. Das Training war zum Glück einige Minuten später zu Ende. Für mich ist klar, dass ich mich dem Elternzaun während des Trainings nicht mehr nähern werde.
Wie reagiert ihr in solchen Situationen? Eingreifen oder laufen lassen?
Ich freue mich über eure Antworten!
Markus
Kommentiert am Kinder die das Training "stören"Hallo...
18. Mai, 22:39 Uhr
Moin Kevin,
wenn die Kids Spaß am "stören" haben, dann hat man kaum Chancen dagegen zu halten. Ich glaube solche Kids gibt es in nahezu jeder Mannschaft.
Einige Dinge kann man da aber schon probieren.
Angefangen bei ganz harmlosen Dingen wie "bei drei Ermahnungen im Training muss beim nächsten mal ein Kuchen mitgebracht werden".
Ich habe mal eine gelbe und eine rote Karte mitgebracht und meinen Jungs gesagt, dass für sie das Training beendet ist, sollten sie von mir die rote Karte bekommen. Ich musste nur zweimal die gelbe Karte zeigen. Das Androhen einer Konsequenz hat bei uns funktioniert.
Ich habe auch schon mal meine Erklärung abgebrochen und habe mich dann einfach auf den Rasen gesetzt als die Störungen nicht aufhörten. Das haben die Jungs schnell gemerkt und haben sich dazugesetzt. Dann haben wir gesprochen, warum ich mich plötzlich hingesetzt habe. Das hat auch gut funktioniert.
Du kannst den Störenden auch Sonderaufgaben geben. Z.B. die Tore von xy zählen doppelt o.ä. So stehen sie auch im Mittelpunkt aber auf positive Art.
Überlege dir eine Art "Eskalationstreppe". Im Podcast von AF wurde auch schon mal das Thema angerissen.
1. Kind zur Seite nehmen und unter vier Augen sprechen. Egal ob vor, während oder nach dem Training.
2. Gespräch mit den Eltern führen, wenn 1. überhaupt nicht klappt.
3. Eltern verpflichten beim Training dabei zu sein, wenn auch 2. nicht wirkt.
4. Training früher beenden und in der Gruppe den "Störfall" besprechen.
Vielleicht ist ja der eine oder andere Tipp für dich dabei.
Gruß Markus