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Pressing im Fußball: Erklärt, trainiert & mit Übungen umgesetzt

Was ist Pressing im Fußball und wie trainierst du es mit deinem Team? Hier erhältst du einfache Erklärungen, Pressing-Prinzipien und Übungsformen für Kinder- und Jugendmannschaften.

Entwicklungsbeschleuniger im Fußballtraining - Was ist Pressing eigentlich?

Pressing kommt vom englischen „to press“, was soviel bedeutet wie "Druck ausüben", oder "bedrängen". 

Pressing im Fußball beschreibt ein gezieltes Herstellen von Druck und Überzahlsituationen in Ballnähe. Entscheidend dabei ist ein entschiedenes Attackieren des Ballbesitzenden.

Die Ziele von Pressing? Torchancen des Gegners verhindern und Ballgewinne für die eigene Mannschaft provozieren.

Man unterscheidet folgende Pressing - je nach Höhe des angestrebten Ballgewinns: Abwehr-, Mittelfeld und Angriffspressing. Eine weitere Sonderform, die durch Rangnick und Klopp bekannt wurde: Gegenpressing. 

Pressing ist aus dem modernen Fußball nicht mehr wegzudenken. Das Spiel wird immer schneller - der Raum immer enger. Das war nicht immer so...

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Die Prinzipien von erfolgreichem Pressing im Fußball

Beim Pressing soll der Druck auf die ballbesitzende Mannschaft möglichst hoch sein. Das Ziel ist ein optimaler Ballgewinn.


Diese Prinzipien sorgen dafür: 


  1. Pressingauslöser erkennen

    Pressingauslöser sind bestimmte Situationen, bei denen ein Ballgewinn realistisch ist. Die Spieler sollen diese Situationen im Spiel erkennen und schnell ins Pressing gehen. Pressingauslöser sind z.B.: Überzahl in Ballnähe, technische Fehler beim Gegner, erhöhter Raumdruck (nah an Auslinie), halbhohe Anspiele,...

  2. Druck auf den Ballführer
    Entscheidend ist, dass der Ballführer zur Aktion gezwungen wird. Mindestens ein Spieler muss in den Zweikampf gehen. Je nach Zahlenverhältnis in Ballnähe oder Position auf dem Feld kann es auch sinnvoll sein zu doppeln.


  3. Passoptionen nehmen
    Die Spieler in Ballnähe sollten durch ihre Stellung oder das Anlaufverhalten mit ihrem Deckungsschatten Gegenspieler aus dem Spiel nehmen. 


  4. Auf Passlinie lauern
    Bei wenigen Passoptionen können Passoptionen bewusst "freigelassen" werden. Diese Pässe sollen antizipiert und abgefangen werden (Stichpunkt: Vordecken). 


Werden Pressingauslöser (1.) erkannt, geht der ballnächste Spieler sofort in den Zweikampf (2.). Dieser kann den Ball direkt im 1-gegen-1 gewinnen oder sorgt dafür, dass der Ballführer schnell eine Entscheidung treffen muss. Durch geschicktes Anlaufen und Positionieren der ballnahen Spielern (3.) werden die Optionen für die Spielfortsetzung minimiert. Die Entscheidung für den Ballführer wird dadurch zusätzlich erschwert. Offensichtliche Pässe müssen nicht zugestellt werden - durch Antizipation und Abfangen dieser Pässe (4.) wird ein idealer Ballgewinn erzielt. 


Ballgewinne durch Abfangen von Pässen sind in der Regel besser als Ballgewinne im Zweikampf. Bei einem abgefangen Pass hat der neue Ballführer meist weniger Gegnerdruck. Mehr Zeit hilft für bessere Entscheidungen bei der Spielfortsetzung.


Sonderform: Gegenpressing

Wer kann es besser erklären als Jürgen Klopp?
"Der beste Spielmacher ist Gegenpressing! Der günstigste Moment, den Ball zu erobern, ist direkt nach dem eigenen Ballverlust.“

Die Theorie hinter Gegenpressing

„Wer die Umschaltmomente kontrolliert, kontrolliert das Spiel.“

Genau hier setzt das Gegenpressing an: Direkt nach einem Ballverlust wird sofort Druck auf den Ballführenden und seine Anspielstationen ausgeübt. Der Gegner ist in diesem Moment noch unorganisiert, stehen noch eng statt breit – die Chance auf einen schnellen Ballgewinn ist am größten. Gleichzeitig kann so ein schneller Konter unterbunden werden.

Mit jeder Sekunde, die vergeht, formiert sich der Gegner besser in der offensiven Ordnung, und ein Ballgewinn wird schwieriger. Deshalb nutzen Trainer wie Pep Guardiola die 5-Sekunden-Regel: Gelingt die Rückeroberung innerhalb dieser Zeit, bleibt das Team im Angriff. Schlägt sie fehl, zieht es sich geordnet in die Defensive zurück.

Entscheidend für erfolgreiches Gegenpressing sind eine enge Raumaufteilung im Ballbesitz, kollektives Anlaufen mehrerer Spieler und die Disziplin, das Pressing rechtzeitig abzubrechen. So wird der Gegner im Moment größter Unordnung gestoppt - und das eigene Team bleibt handlungsfähig.

Doch Gegenpressing und Pressing sind mehr als eine erfolgsversprechende Taktik für Spiele...

...Pressing ist ein Entwicklungsbeschleuniger!

So funktioniert Pressing im Training als Entwicklungsbescheuniger. Eine komplette Trainingseinheit mit Erklärungen für Kinderfußballtraining ⤵️

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⚽ Übungen: Trainiere Pressing im Fußballtraining

Mit diesen Tricks & Übungen trainieren wir aktives Ballgewinnen

Übung 1: 2-gegen-3-Pressing

Den Gegner früh unter Druck setzen und in Tornähe den Ball gewinnen. Trainiere Pressing implizit mit dieser Übung "2-gegen-3 Pressing". Wichtige Prinzipien: Den Gegner lenken. Ballführer unter Druck setzen. Passoptionen nehmen.

Coachingvideo zu Pressing 2-gegen-3

Lerne wie du Pressing-Inhalte mit Kindern und Jugendlichen im Fußballtraining erarbeiten kannst.

Übung 2: 2-gegen-2-Pressing

Bonusübung: Gegenpressing trainieren mit 2-gegen-2 auf 4-gegen-2

Mit einem einfachen Twist trainiert diese Übung schnelles Gegenpressing.

Coaching von Gegenpressing im Fußballtraining

Das Coachingvideo zu "2-gegen-2 auf 4-gegen-2"

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Pressing im Fußball - Häufige Fragen

Was ist Pressing im Fußball und warum ist es wichtig?

Pressing im Fußball bedeutet, den Gegner aktiv anzulaufen, ihn unter Druck zu setzen und Ballgewinne in bestimmten Zonen zu erzwingen. Es ist ein wichtiger Baustein im modernen Spiel gegen den Ball und kann zu vielen schnellen Umschaltmomenten führen.

Im Kinderfußball wirkt es wie ein Entwicklungsbeschleuniger, weil es Entscheidungen unter Druck provoziert.

Welche Formen von Pressing gibt es im Fußball?

Häufig unterschieden werden hohes Angriffspressing, Mittelfeldpressing, tiefes Abwehrpressing und Gegenpressing nach Ballverlust. Jede Form hat eigene Schwerpunkte und Risiken – wichtig ist, dass das gesamte Team die Prinzipien kennt und gemeinsam agiert.

Ab welchem Alter lohnt es sich, Pressing im Jugendfußball zu trainieren?

Die Lust auf den Ballgewinn solltest du in jeder Jugend vermitteln. Bambini und F-Jugend handeln nach dem Prinzip: "Alle verteidigen gemeinsam und greifen zusammen an."

Erste Pressingprinzipien kannst du schon ab der E- oder D-Jugend vermitteln, etwa „gemeinsam anlaufen“ oder „ballnah verdichten“. In älteren Jahrgängen kannst du komplexere Pressing-Übungen im Fußball mit klaren Zonen und Auslösern einbauen.

Welche einfachen Pressing-Übungen eignen sich für den Trainingsalltag?

Kleine 3-gegen-2- oder 4-gegen-3-Überzahlspiele, in denen das verteidigende Team den Ball in einer Zone erobern muss, sind ideal. Auch Spielformen mit klaren Pressingauslösern (schlechter Pass, Rücken zum Tor, Ball auf den Außenverteidiger) helfen, Automatismen aufzubauen.

Kann man mit Rondos Pressing trainieren?

Rondos sind oft ohne feste Spielrichtung. Du kannst also nicht alle Prinzipien von Pressing und Gegenpressing abbilden, da ein Ballgewinn überall gleich wertvoll ist und kein Tor abgesichert werden muss. Die Lust auf Ballgewinn und das Nutzen des Deckungsschattens kannst du ab der E-Jugend jedoch in Rondos trainieren.

Was ist beim Pressing wichtig?

  1. Pressingauslöser erkennen

    Pressingauslöser sind bestimmte Situationen, bei denen ein Ballgewinn realistisch ist.

  2. Druck auf den Ballführer
    Entscheidend ist, dass der Ballführer zur Aktion gezwungen wird. Mindestens ein Spieler muss in den Zweikampf gehen.

  3. Passoptionen nehmen
    Die Spieler in Ballnähe sollten durch ihre Stellung oder das Anlaufverhalten mit ihrem Deckungsschatten Gegenspieler aus dem Spiel nehmen. 

  4. Auf Passlinie lauern

    Bei wenigen Passoptionen können Passoptionen bewusst "freigelassen" werden. Diese Pässe sollen antizipiert und abgefangen werden (Stichpunkt: Vordecken).